Beiträge

Einblicke in die nachhaltige UX Gestaltung

UX Night Vienna on November 26, 2018 at Impact Hub Vienna. © Christian Lendl

Zum dritten Mal fand am 26. November die UX Night Vienna statt. Entsprechend dem Motto „UX for a change“ gab es 3 Talks zum Thema „Nachhaltigkeit“:

 

Eveline Pupeter at UX Night Vienna on November 26, 2018 at Impact Hub Vienna. © Christian Lendl

Eveline Pupeter, CEO von Emporia, lieferte Einblicke in die Entwicklung von seniorenfreundlichen Handys. Das oberösterreichische Unternehmen Emporia hat es sich zur Aufgabe gemacht die Generation 50+ bei der Digitalisierung zu unterstützen. Es bietet neben seniorenfreundlichen Smartphones auch Smartphone-Schulungen an. Spannend war festzustellen, dass sie:

  • Ihre Kundensegmente nach Grad der Digitalisierung und nicht nach Alter einteilen.
  • Hilfsmittel einsetzen um ihren – durchwegs jungen – Entwicklern die Bedürfnisse der älteren Generationen näher zu bringen. Im Einsatz sind:
    • Spezielle Handschuhe, welche eine eingeschränkte Feinmotorik simulieren und
    • der Alterssimulationsanzug GERT.

Peter Knoblauch at UX Night Vienna on November 26, 2018 at Impact Hub Vienna. © Christian Lendl

Peter Knoblauch, Senior Lektor am Institut für Design der Angewandten, sprach über die Gebrauchstauglichkeit von Alltagsprodukten. Er erklärte anhand welcher Kriterien die

Lebensdauer von Alltagsprodukten gemessen werden kann. Meine take aways:

  • Es gibt ein Nachhaltigkeitssiegel für langlebige, reparaturfreundliche Produkte (ON Regel 192102).
  • Er untersuchte die Langlebigkeit von Waschmaschinen. Die User Interfaces verschiedener Waschmaschinen wurden hinsichtlich ihrer Gebrauchstauglichkeit verglichen. Selbst hochwertige Markenprodukte versagen bei der Usability des Interfaces.

UX Night Vienna on November 26, 2018 at Impact Hub Vienna. © Christian Lendl

Den Abschluss machte ein Beitrag über Participatory Design. Christopher Frauenberger (TU Wien) präsentierte eine Designstudie. In dieser hatten Forscher mit Kindern mit Autismus am Design von neuen Technologien zusammengearbeitet. Learnings:

  • Participatory Design ist nicht User Centered Design.
  • Beim Participatory Design ist der User ein Teil vom Team. Er produziert Inhalte und entscheidet mit.

Der Abend war unterhaltsam und regte zum Nachdenken an. Er war allerdings weniger praxisrelevant für User Experience Designer als derjenige im Vorjahr. Es bleibt noch zu sagen: Das kostenfreie Event war wieder bestens organisiert. Ein besonderer Dank dafür gebührt dem UX Vienna-Meetup Team – inklusive unserer Claudia ;). Ich danke Euch!

Webexpo in Prag: 4 Key-Take-Aways und die Verlängerung meiner Buchliste

Mitte September besuchte ich (Claudia Oster) die Webexpo in Prag. Das Programm der Konferenz richtet sich sowohl an Webentwickler als auch an Designer und so waren die Themen dieses Jahr gestreut von Design Thinking, Story Telling, AI und Machine Learning über AR/VR bis hin zu ReactJS und Talks über Performance im Web. Ich fokussierte mich v.a. auf die design-lastigen Talks.

Kurz möchte ich die vielen Eindrücke in 4 Key-Take-Aways zusammenfassen:

  1. Divergent and Convergent working everywhere

In vielen Talks wurde die Nutzung des Design Thinking oder der Double Diamond als Basis des Design Prozesses sowohl explizit, als auch implizit thematisiert – von IBMs „Enterprise Design Thinking“, über Firefoxs Verwendung von Event Storming und Facebooks Vorgehen zum Gestaltungsprozess, bis zum Vorgehen bei MSD zur Workshopgestaltung. Immer geht es um die Phasen des konkreten Anfangs (z.B. klares Vision) und darauffolgend der breiten Ideensuche.

Design Thinking für die Gestaltung eines Workshops von MSD.

Dann geht es darum sich wieder fokussiert Ideen auszuwählen, diese prototypisch umzusetzen und zu testen. Der Einsatz von cross-funktionalen Teams wird dabei immer als wichtiger Bestandteil gesehen.

  1. Agile & UX – diverse maturity level

Agiles Vorgehen wird in der Community als Standard wahrgenommen und noch schnellere Iterationen z.B. in Design Sprints genutzt um mit noch schnelleren Feedbackzyklen Ideen zu erarbeiten und zu testen. Es gibt jedoch noch immer Unternehmen in denen die agile Vorgehensweise und dazu die Integration von UX in diesen Prozess – inklusive User Research und User Testing – keineswegs der Standard sind.

Um dies zu verdeutlichen als Beispiel ein präsentierter Kommentar einen Scrum Masters in einem Projekt: „We don’t need to ask people what they want. We are the experts.”– So sollte es aber schon für jeden im UX oder Produktentwicklung klar sein, dass die Einbindung der Benutzer den Kern für den Erfolg einer Entwicklung darstellt.

Agile und User Research – nicht immer beste Freunde.

Auch war es für den User Researcher schwierig zu verstehen, welche Vorteile die agilen Methoden bringen können und dass der User Researcher auch Teil des agilen Teams sein soll.

Dieses Beispiel zeigt, dass es wichtig ist das gesamte Team in ein Boot zu holen und mit einem Basiswissen auszustatten – sowohl zum Thema UX, als auch im Bereich der agilen Methoden.

  1. Stories, Curiosity & Microcopy to connect with users

Wie kann man den Benutzer und Kunden so erreichen, dass etwas „hängen“ bleibt. Ein Beispiel dafür war die gesamte Story um den „Dollar Shave Club“ und die Nutzung einer konsistenten „tone of voice“.

In dem Talk von Kinneret Yifrah über „Microcopy – how users will fall in love“ thematisierte sie die Wichtigkeit mit dem Benutzer wie in einem Gespräch zu interagieren und gab den Rat „Imagine the user is in front of you – how would you talk to her?“. Und auch hier sollte etwas Spaß und Freude berücksichtigt werden.

Statt mit der Aussage „Your browser is out of date” informiert eine Website “Love your vintage browser! Unfortunately, it is a little bit too vintage … “.

  1. AI/ML & Design for Good

Ein wichtiges Thema – welches mich schon auf den Konferenzen der letzten 1-2 Jahre begleitet – war der Fokus auf „Design for Good“. Also, dass es nicht nur darum gehen soll ein Problem zu lösen, sondern wie Dan Saffer sagte, auch eine humane Funktion zu gestalten:

„If your design makes people more generous, helpful, thoughtful, useful, beautiful, respectful, or kind, it’s good design.”

Ein explizites Praxisbeispiel in einem weiteren Talk dafür war eine Social-Network-App für das tschechische Olympische Team in Pyeongchang und wie sie versucht haben nicht (!) die Nutzungsdauer der App durch Benachrichtigungen oder Infos über Likes zu erhöhen. Sondern es ging darum das Gemeinschaftsgefühl und den Informationsaustausch zu verbessern – unabhängig davon ob dies nun online über die App oder offline passiert.

Evil-free social network für das tschechische Olympiateam.

Vor allem die Relevanz von „Design for Good“ zeigt sich im Bereich der AI bzw. Machine Learning, weil hier auch unbeabsichtigt ein Bias entstehen kann. In ihrem Talk „People & Algorithms: Building AI-Driven Features that don’t Cause Harm” hat Val Head von Adobe thematisiert, dass diese Biases aktiv adressiert werden müssen. D.h. sie empfahl auch ungemütliche Fragen zu stellen und dafür können auch die „Tarot Cards of tech“ (Shop, leider nur in den USA verfügbar) genutzt werden.

Buchlistenerweiterung

Und natürlich werden in fast alle Talks interessante Bücher erwähnt und wieso soll nur meine Buchliste länger werden:

  • The Man Who Lied to His Laptop: What We Can Learn About Ourselves from Our Machines – Clifford Ness, Carina Yen (Amazon)
  • Conversational design – Erika Hall (Book Website)
  • Microcopy – Kinnereth Yifrah (Book Website, Amazon)
  • Weapons of math destruction – Cathy O’Neil (Book Website, Amazon)
  • Technically wrong – Sara Wachter-Boettcher (Book Website)
  • Design for real-life – Eric Meyer & Sara Wachter-Boettcher (Book Website)
  • Wired for speech – Clifford Nass, Scott Brave (Book Website, Amazon)
  • Newsjacking – Jan Burkhart, Grant Hunter (Amazon)

Conference Review of WebExpo

Generell eine sehr tolle Veranstaltung mit interessanten Speakern und das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut. Auch war es die erste Konferenz, die mir sehr stark durch ihre Familienfreundlichkeit aufgefallen ist – einige Babys waren dabei und für die Größeren gab es eigene Workshops.

Die gesammelten Aufzeichnungen der Talks werden auch zur Verfügung gestellt und hier gibt es einen weiteren detaillierten Eventbericht von Juho.

Empfehlungen für Devs: JavaScript, Blockchain, UX, CSS (Newsletter Februar 2018)

In unregelmäßigen Abständen verschicken wir unseren Development Newsbytes Newsletter. Das beste aus dem Logbuch und bemerkentswerte News für Entwickler_innen aus dem Web zusammengefasst. Hier geht es zur Anmeldung und Nachlese weiterer Ausgaben.


Security bei <forms>

Wie lässt sich Schadcode in eine Website einfügen und User-Daten abgreifen? Mit ein paar einfachen Handgriffen und Unterstützung durch die Open Source Community! » Details

 

 


JavaScript Framework Guide

Mit JavaScript-Frameworks Schritt halten zu können, kann eine Herausforderung sein. In diesem Artikel werden über 50 Frameworks vorgestellt. » Details

 

 


Ancestry Thinking

Bereits davon gehört? Alan Cooper sprach in seiner Keynote bei der Interaction18 darüber, ob wir die Welt besser zurücklassen und wie wir in der täglichen Arbeit dazu beitragen können. » Ansehen

 


„A Visual Guide to CSS“

Lernen anhand von Beispielen: cssreference.io ist eine kostenlose visuelle Anleitung zu CSS. Es werden die beliebtesten Eigenschaften erklärt und anhand von illustrierten und animierten Beispielen dargestellt. » Zur Website

 


34C3: works for me

Am Chaos Communicaton Congress treffen sich Hacker & Netzaktivisten und diskutieren aktuelle politische und technische  Herausforderungen. Die Konferenz findet immer zwischen Weihnachten und Neujahr statt. Erfreulicherweise werden die Vorträge aufgezeichnet. » Details


Website Audit mit Lighthouse

Google hat mit „Lighthouse“ eine neue Komponente innerhalb der Chrome Dev-Tools veröffentlicht. Diese ermöglicht den Check einer Website auf Accessibility, Performance und Aspekte einer Progressive Web-App und liefert Best Practices zum Fix der üblichsten Probleme. » Details


Blockchain verstehen

Jetzt aber wirklich! Artikel welche die Blockchain-Technologie erklären, gibt es nicht wenige. Ein Entwickler hat nun eine App entwickelt, die Schritt für Schritt durch eine Blockchain-Demo führt.
» Über das Projekt » Zur Demo App

Responsive Webdesign – More than fitting stuff on screen

Im Oktober besuchte ich den Responsive Webdesign Workshop von Vitaly Friedman von Smashing Magazine.

Einer der wichtigsten Punkte die ich aus dem Workshop mitgenommen habe, war die Notwendigkeit der ganzheitlichen Betrachtung von responsive Webdesign. Um es mit einem Zitat zu sagen:

„Responsive Webdesign is more than fitting stuff on screens.“

Wenn eine neue Funktionalität geplant ist sollte diese zunächst hinsichtlich Auswirkungen zur Geschwindigkeit (Speed), dann hinsichtlich Zugänglichkeit (Access) und Skalierung (Scale), und schlussendlich hinsichtlich Gestaltung (Style) betrachtet werden.

Faktoren von Responsive Web Design

 

Geschwindigkeit

Um die Ladezeiten der Website auch für die Nutzung auf mobilen Geräten zu optimieren sollte ein „Performance Budget“ festgelegt werden und für jedes Feature überlegt werden, ob durch die neue Funktionalität das Budget noch eingehalten wird. Interessant zu betrachten sind hierbei Optimierungen zum Laden von Webfonts, Einsatz von Service Workers und Bildkompression.

Als Benchmark kann hier auch der SpeedIndex von WebpageTest herangezogen werden. Paul Irish, Google Chrome Developer Advocate, hat einen Zielwert von unter 1000 ausgegeben der schwer zu erreichen ist, aber z.B. von Seiten wie derstandard.at erreicht wird.

 

Accessbility

Friedman betonte die Wichtigkeit der Verwendung von nativen HTML Komponenten, da viele assistive Technologien darauf aufbauen. Viele Libraries unterstützen Accessibility nicht in dem Ausmaß wie notwendig, aber es gibt viele frei verfügbare Alternativen, z.B. der DatePicker von AirBnB oder der HTML5 Video Player von PayPal.

 

Skalierung

Der nächste Schritt nach Media Queries und Breakpoints ist das Fluid Scaling bzw. Fluid Typography. Mehr dazu ist im Artikel „Responsive And Fluid Typography With vh And vw Units“ im Smashing Magazine nachzulesen.

 

Style

Wichtige Tools um ein responsives Layout zu erstellen sind Flexbox und CSS Grid. Während Flexbox vor allem für eindimensionale Probleme (horizontales oder vertikales Stacking) eine gute Lösung ist, ermöglicht das CCS Grid eine flexible Positionierung von Elementen im zweidimensionalen Raum. Zu Verstehen wie die zwei Layout-Techniken funktionieren ist nicht ganz einfach – eventuell hilft dabei die spielerische Herangehensweise von Flexbox Froggy oder CSS Grid.


Brauchen Sie in Ihrem Projekt Unterstützung bei der Lösung von Aufgaben im Bereich der User Experience oder Responsive Website Design?

 

UX Night Vienna: Wie Runtastic, mySugr und BeeOne UX-Herausforderungen meistern

Nach der erfolgreichen Interaction16 redux Veranstaltung vergangenes Jahr organisierte ich als Teil des Teams vom Interaction Design Stammtisch dieses Jahr die UX Night Vienna 2017. Unter dem Motto „Am Beifahrersitz österreichischer Organisationen“ ging es dieses Jahr darum Einblick in österreichische Unternehmen und deren In-House UX-Abteilungen zu erhalten. Wie also kommt es zu der guten User Experience die viele Produkte erfolgreich macht?

Wir kontaktierten daher bekannte österreichische Firmen und konnten für diesen Abend Lesya von Runtastic, Matthias von mySugr sowie Konstantin und Stefanie von BeeOne (George) für diesen Abend gewinnen. In interessanten Vorträgen gab es sehr offene und konkrete Einblicke in deren Arbeitsweisen und Herausforderungen der verschiedenen Teams.

Lesya Präsentation

Lesya von Runtastic über Design Sprints

Vor allem der Trend zur Abkehr von eigenen Designteams hin zu interdisziplinären Teams in denen UX Design gemeinsam mit dem Entwicklungsteam zusammenarbeitet hat sich bei Runtastic und mySugr gezeigt. Runtastics Einsatz von Design Sprints vor allem für Neuentwicklungen und komplexe Funktionalitäten war sehr aufschlussreich. Matthias von mySugr wies darauf hin wie hilfreich es sein kann UX Designs physisch sichtbar zu machen.

Konstantin und Stefanie von BeeOne haben einen Einblick gegeben wie sie neue Features entwickeln und welche Herausforderungen es gibt. Vor allem interessant war es vor dem Hintergrund, dass ein bestehendes System abgelöst wird, dass von vielen Benutzern verwendet wird und deren Benutzer teilweise sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben – vom Einsteiger-Bankkunden mit wenigen Produkten bis hin zum Power-User.

 

Dank der Unterstützung von IBM Österreich/exc.io und TechTalk konnten dieses Jahr 80 Teilnehmer diese interessanten Vorträge verfolgen.

Teilnehmer bei Get-Together

Get-Together in gemütlicher Runde

Der große Andrang im Vorfeld und die positiven Rückmeldungen der Besucher zeigen uns, dass ein solches Format auf sehr großes Interesse stößt. Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung.

Weitere Eindrücke von der Veranstaltung gibt es auf Twitter. Die Fotos in diesem Beitrag sind von Wieland Kloimstein, weitere gibt es in einem Album auf Flickr zu sehen.

Berlin calling: TechTalk @ UXcamp Europe 2017 (TechTalk Storys Videoblog)

Das Pfingstwochenende verbrachten Claudia und ich in Berlin auf einem der größten UX Events Europas mit über 500 UX Fachleuten. Noch nie war es mir so klar wie hier: es gibt wirklich viele Menschen die denselben Beruf und dieselbe Berufung wie wir haben. You are not alone ;). Die kostenlose Teilnahme, kombiniert mit der seit 9 Jahren anhaltend hohen Qualität der Sessions macht die Veranstaltung in UX-Kreisen derart populär, dass die Tickets innerhalb von 30 Sekunden vergriffen waren. Wer also bzgl. der Teilnahme auf Nummer sichergehen will, der macht es wie wir und beflügelt die Veranstaltung als freiwillige HelferIn.

Das Schöne an der Veranstaltung ist ihre Ungezwungenheit: die Planung übernehmen Berliner UX Enthusiasten und die Teilnehmenden werden zu den Veranstaltern gemacht indem jeder einen Beitrag leisten darf um zu ihrem Gelingen beizutragen. Wer glaubt sich im Vorhinein einen Plan zurecht legen zu können um die besten Sessions zu besuchen, wird eines Besseren belehrt.

Das Session Planung beginnt erst nach der Eröffnung, mit einer sehr kurzen Vorstellung jedes Redners zu seinem Thema. Jeder Redner bekommt ein Kärtchen und je nach Zuspruch im Publikum werden diesem ein größenmäßig passender Raum für die Session zugewiesen und so entsteht täglich ein Session Board.

Das Session Board am UX Camp Berlin

Das Session Board am UX Camp Berlin

Themen:

Doch im Sinne von UX-Guru Jakob Nielsen „Web text should be short“ ende ich hier mit meinen Schwärmereien für die Veranstaltung. Claudia hat vor Ort Vortragende zu Ihren Beweggründen für die Teilnahme befragt. Schaut Euch unser kurzes Video (2:12 Minuten) dazu an um Euch:

  • selbst einen Eindruck von der Atmosphäre vor Ort zu verschaffen,
  • zu erfahren, was der Mehrwert eines UX Designers für jedes Projekt ist und
  • welche die größten Herausforderungen im UX-Bereich sind.

Weiterführende Infos:

Eventbericht: Interaction16redux Vienna

Am 27. September fand die Interaction16redux in Wien statt. Die Interaction-Konferenz der Interactive Design Association (IxDA) findet jedes Jahr abwechselnd in Europa und Nordamerika statt und dieses Jahr war das Thema „What’s next in interaction design?“. Gemeinsam mit Jörg Linder vom Interaction Design Stammtisch war ich dieses Jahr vor Ort bei der Interaction16 in Helsinki. Wir haben die Idee geboren, wie in vielen anderen Städten auch, einen sogenannten „Redux“-Event in Österreich zu veranstalten. Dabei werden Themen der Interaction-Konferenz aufgegriffen und in dem Herkunftsland der Teilnehmer noch einmal präsentiert.

Gemeinsam mit der Unterstützung von IBM und TechTalk konnten wir einen Abend gestalten an dem in sechs unterschiedlichen Vorträgen Inhalte aufgegriffen und präsentiert wurden. Nachfolgend berichte ich von ein paar ausgewählten Highlights.

IBM Design Thinking

Als Host der Veranstaltung präsentierte IBM zu Beginn ihre Sichtweise von Design Thinking und wie sie versuchen diese moderne Art der Softwareentwicklung mit dem zugehörigen Methodenset in ihr Unternehmen im Stile einer Design Agentur zu integrieren.

Mehr zu ihren Ansätzen kann man auch auf der IBM Design Website finden.

Algorithms as Design Material

Jörg Linder sprach in seinem Talk „Algorithms as Design Material“ über die zukünftige Rolle von Algorithmen und intelligenten Systemen. Beispiele hierfür sind etwa Spotify Discover Weekly-Service oder ChatBots. Diese Systeme werden bei der Gestaltung von interaktiven Anwendungen immer relevanter, da sie in Anwendungen integriert werden um eine bessere User Experience zu schaffen.

Don’t make volunteers think

Ein Highlight des Abends war sicherlich der Vortrag von Stephan Bazalka von Caritas Wien. Er erzählte über die Herausforderungen vor denen Caritas im Rahmen der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 gestanden ist und wie sie es geschafft haben die vielen Freiwilligen zu koordinieren.

Ein Großteil der Koordination erfolgte damals mit bis zu 150 Doodle-Abstimmungsformularen. Durch die Möglichkeit die offenen Termine einfach über Social Media-Kanäle weiter zu verteilen, wurden viele Freiwillige erreicht. In den Monaten danach wollte man eine, für den Anwendungsfall optimierte, Lösung umsetzen, die direkt von Caritas aus betrieben wird. Stephan berichtete über die Erkenntnisse, die sie bei der Umsetzung gewonnen haben, um vor allem die Einstiegsbarriere der neuen Lösung möglichst niedrige zu halten. Als Ergebnis gibt es daher auch keine App, sondern ein einfaches Online-Formular in dem nur die Basisinformationen erfasst werden müssen. Die Authentifizierung erfolgt mittels Handynummer und SMS-Code, nicht einmal eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden.

Interaction16redux - Foto von Wieland Kloimstein - wieland.cc

UX Community Wien

Zwischen den Vorträgen gab es bei einem kühlen Bier viel Möglichkeiten zum Austausch mit der UX-Community in Wien.

Interaction16redux - Foto von Wieland Kloimstein - wieland.cc

Die nächste Interaction Konferenz – Interaction17 – findet übrigens im Februar in New York statt. Nicht ganz so weit reisen muss man zu den nächsten Meetups der UX-Community in Wien am 4.11. (UxWien Mornings) bzw. 8.11. (Interaction Design Stammtisch/UxWien Metalab Meetup).

(Fotos von Wieland Kloimstein – wieland.cc / weitere Fotos auf Flickr)

UX bei TechTalk: Claudia Oster im Interview

In unserer Interview Serie “Get to know TechTalk” stellen wir TechTalk Mitarbeiter vor. Begonnen wird die Serie mit Claudia Oster, Teamlead bei TechTalk. Über UX, Usablity und Testing bei TechTalk.

Seit wann bist du bei TechTalk?

Seit 2008, und ich habe damals direkt nach dem Studium bei TechTalk begonnen. Ich war die erste Mitarbeiterin die sich dem Thema UX Vollzeit gewidmet hat. Seither hat sich das Thema als auch die Anforderung stark weiterentwickelt und ich leite heute ein UX Team von 5 Personen.

Wenn du sagst stark entwickelt – wie hat sich die Sichtbarkeit für das Thema UX verändert? Welchen Anteil daran hat das starke Aufkommen von Apps & Smartphones?

Generell machen wir mehr Business Anwendungen als Apps. Unsere Kunden sind oft nicht die Endanwender sondern die Business-Entscheider. Oft ist dort das Thema noch unterrepräsentiert. Aber durch die breite Akzeptanz von Smartphones und Marketplaces und dem Thema Barrierefreiheit ist UX auch beim Business-Kunden immer präsenter. Ich würde sagen dass seit etwa 3 Jahren auch der öffentlichkeitsnahe Bereich das Thema UX stärker in den Mittelpunkt rückt. Das bisheriges Credo war: Die Funktionalität muss stimmen und es soll billig sein. Faktoren wie Usability und User-Experience kamen zu kurz. Aber wer am Ende eine Software hat die nicht gut zu bedienen ist muss diese auch früher neu entwickeln. Bei Apps am Smartphone erfolgt das Feedback mehr oder weniger sofort über den Marketplace – zB mit schlechten Reviews. Bei Business-Anwendungen hat dieser Prozess einfach länger gedauert.

Wie haben sich die Anforderungen an einen UX Engineer verändert?

Als Usability Engineer muss man immer auf dem Laufenden bleiben. Es gibt ein ständiges Aufkommen von Paradigmen und Frameworks. Stark verändert haben sich die Anforderungen auch verschiedene Libraries
und Frameworks zu kennen. So ist es notwendig sich mit Frameworks wie Bootstrap oder Guidelines für Smartphone-OS auseinanderzusetzen. Zuerst sollte ein gutes Basisverständnis aufgebaut werden, später kann ich mich auf Plattformen oder Technologien spezialisieren.

Wiehat sich das UX Team bei TechTalk entwickelt?
Zu Beginn galt es herauszufinden wie wir UX auch im Vertrieb positionieren können: Können wir unseren Kunden klar machen dass ein Investment in UX langfristig die Zufriedenheit mit ihrer Software erhöht und einen wirtschaftlichen Nutzen hat? Am Beginn standen Schulungen für Entwickler, zuerst bei uns, später auch Workshops bei unseren Kunden. Nachdem die Entwickler geschult waren haben wir auch das interne UX Team aufgebaut.

Wie groß ist das UX Team?

Also gesamt leite ich ein Team von 9 Personen, davon sind 5 Personen UX Engineers, die aber auch die Rolle des Software Testers übernehmen – das lässt sich gut kombinieren. Im Team ist auch eine Grafikerin.

Wie arbeitet das UX Team mit dem restlichen TechTalk Team zusammen?

Bei größeren Projekten ist jemand aus dem UX Team von Beginn an dabei, also schon bei der Angebotsphase. Wir wollen von Beginn an zeigen dass wir die Domäne verstehen.  Wir unterstützen das Projekt von der
Anforderungsanalyse mit Mockups bis zum finalen Testing auch mit Benutzern vor Ort.

Welches Tool verwendet ihr für die Erstellung von Wireframes?

Begonnen habe ich mit Axure. Ein ziemlich mächtiges Tool, aber viele der Funktionen haben wir zu selten verwendet. Deswegen verwenden wir jetzt Balsamiq, das ist leichtgewichter und einfacher zu bedienen. Auch Projektmanager können Balsamiq verwenden ohne sich langwierig einarbeiten zu müssen.

Die Tools haben sich stark verändert, oder?

Ja, da hat sich einiges getan. Zwei große Vorteile bringen diese Tools mit sich. Erstens: Schnell auf  Fehler im Rahmen der Konzeption stoßen, also Dinge entdecken die einfach nicht mitgedacht wurden. Zweitens: Mit einem Mockup ist es leichter zu diskutieren als eine textliche Beschreibung eines User Interface.

Du bist Teil der UX Community in Österreich, wie hat sich diese entwickelt?

Es wurde auch ein Verein, nämlich UXpro Austria, gegründet, der nun Veranstalter des UXCamp ist, dass diesen Freitag stattfindet auftritt. Ziel ist es Wirtschaft und Usability stärker zusammenzubringen, die
Aufmerksamkeit für das Thema zu heben um damit auch mehr Projekte und Jobs für die UX Community zu schaffen.

Die UXMeetups möchte ich auch empfehlen.

Kann ich das UX Camp als Projektmanager auch besuchen?

Ja klar! Die Vorträge sind für ein breites Publikum vorbereitet.

Wirst du am UXCamp vortragen, wenn ja über was?

Wahrscheinlich über ein großes Projekt dass wir als TechTalk in Berlin gerade umsetzen Dabei haben wir viel Erfahrung gesammelt, vor allem im Bereich Nutzungskontextanalyse mit Interviews vor Ort, Endbenutzertests und Barrierefreiheit. Das Wissen möchte ich in meinem Vortrag weitergeben.

Wenn jemand beruflich als UX Engineer tätig werden will, welche Ausbildung empfiehlst du?

Ich selbst hab den Masterstudiengang Digitale Medien mit Schwerpunkt Interactive Media an der FH Hagenberg studiert. Wir haben bei uns im Team auch viele Absolventen der FH Technikum Wien. In allen
Studiengängen mit Informatik, Multimedia, Digital Media etc. gibt es immer auch Spezialisierungen zu Usability und User Experience, wichtig ist einfach sich selbst mit dem Thema auseinandersetzen. Das
Studium kann nur die Grundlagen transportieren.

Welche Lesetipps hast du, Blogs oder Bücher?

Kurz und interessant:

Wer in das Thema eintauchen will sollte auch in die Community eintauchen. zB auf Interactiondesign.at oder das UXCamp besuchen.

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