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Ein Design Thinking Training in Coronazeiten – “endlich” erlebte Innovation

Design Thinking als das Methodenset und Ansatz zur Unterstützung von Innovationsprozessen erhält eine immer breitere Aufmerksamkeit. Mitte Oktober besuchte ich das Design Thinking Foundation Training bei Ingrid und Peter Gerstbach. Ein Rezept für die Entwicklung innovativer, neuer Ideen teile ich mit Euch.

Meine Vorfreude auf den Termin war groß. Ich hatte lange auf den Präsenztermin gewartet. Wie sollte es 2020 anders sein, es waren Corona-Maßnahmen die ein Training vor Ort gemeinsam mit anderen über Monate hinaus verzögerten. Auch im Termin hatten wir den Babyelefanten (gelb – im Corporate Design) stets im Auge. Interdisziplinär war die Zusammensetzung.

Abbildung 1: Inspirierender Design Thinking Space über Wiens Dächern.

In diesem eintägigen Seminar konnte ich die vier Phasen des Design Thinkings unter professionelles Anleitung durchleben.

Abbildung 2: Die vier Phasen des Design Thinkings: einfühlen – definieren – Ideen generieren – experimentieren.

Am Anfang berichtete Peter über Ursprünge und Basis des Design Thinking. Auch um zu klären, wozu Design Thinking eigentlich genutzt werden kann:

  • Innovationen: Problemlösungen zu finden, die neu sind.
  • Kreativität mithilfe eines Prozesses abzurufen, anstatt zu warten, dass einen die Muse küsst.
  • Dennoch braucht es Vorgaben um etwas Neues zu entwickeln. Und da gilt es die optimale Balance zwischen folgendem zu finden:
    • 1. Wünschbarkeit: Was wünschen/brauchen Menschen eigentlich wirklich?
    • 2. Machbarkeit: Was ist technisch durchführbar/realisierbar?
    • 3. Wirtschaftlichkeit: Sind die Kosten geringer als der Nutzen der Idee/Erfindung?
Abbildung 3: Innovation braucht einen Rahmen – Balance zwischen Wünschbarkeit, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Vor allem für komplexe Probleme eignet sich Design Thinking – vor allem solche, wo es keine erkennbare Ursache-Wirkungsbeziehung gibt und viele Menschen involviert sind.

Geliefert wurde u. a. ein Rezept mit 4 Zutaten für neue Ideen:

  1. Interdisziplinäres Team: mit maximal 7 Leuten, nicht nur Experten.
  2. Flexibler Raum: Keine Raum einnehmenden/großen Tischen, wie wir es von Meetingräumen häufig kennen, verwenden. Sie stellen eine Barriere dar.
  3. Design Thinking Methoden Know How, statt Domänenwissen nötig.
  4. Ergebnisoffener Auftrag: Lösung kann entwickelt werden und wird nicht vom Auftraggeber vorgegeben.

Die wichtigsten Design Thinking Methoden sind dann an realen Aufgabenstellungen geübt worden. Dazu war jeder Teilnehmer Kunde mit einer Problemstellung. Eine Methode zur Ideengenerierung, die mir besonders hilfreich erschien, nennt sich „Kopfstand“.

Ideengenerierung mit Methode Kopfstand

Auf Basis von Wissen über den Benutzer und einer vorhandenen Problemstellung, können hiermit spielerisch Ideen gesammelt werden.
Exemplarisch meine Problemstellung: Wie kann Nora ihre Zeiterfassung effizienter gestalten, damit sie nicht mehr Zeit als nötig dafür aufwendet?

Vorgehen – 3 Schritte:

  1. Man sammelt zuerst möglichst viele Ideen, wie man die Situation verschlechtern könnte. Für meine Problemstellung waren das z. B. folgende Worse Case Szenarios:
    a. Nach jeder geleisteten Einheit die Zeit erfassen.
    b. Am Monatsende alles auf einmal erfassen.
    c. Notizblock – in dem ich mir die Zeiten notiere – wegschmeißen.
  2. Dann dreht man die Ideen ins Gegenteil um (siehe Sticky Notes auf der Abbildung)
    a. Fixe Zeit im Tagesablauf z.B. alle 4 Stunden.
    b. Vor dem letzten Meeting am Tag.
    c. Vordruck verwenden.
  3. Am Ende wird die beste Idee ausgewählt. Für mein Problem war das:
    Einen Vordruck verwenden (siehe rechts oben in der Abbildung).
Abbildung 4: Ideensammlung am Whiteboard (Kopfstand).

Experimentieren

Am Ende des Tages baute jeder einen Prototypen. Dazu ist auch das Vorhandensein von unterschiedlichstem Bastelmaterial von großem Vorteil.
Der für mich entwickelte Vordruck für die handschriftlichen Notizen zur Zeiterfassung, ist in der Abbildung darunter zu sehen. In der Mitte befindet sich ein Stempel (PlayMais) für die sich (täglich) wiederholenden Meetings. Stichwort: Daily Standup. Warum war ich nicht früher darauf gekommen? Jedenfalls konnte ich mir den Protoypen mit nach Hause nehmen und bin noch am Testen.

Abbildung 5: Prototyp – effiziente Zeiterfassung.

Fazit: Erlebte Innovation. Go for it!

Weiterführende Informationen zum Design Thinking:

  • Wer mehr von den beiden kreativen Design Thinkern aus dem Hause Gerstbach hören möchte, der/dem empfehle ich ihren Design Thinking Podcast.
  • Haben Sie komplexe Problemstellungen für die Sie eine nutzerorientierte Lösung suchen? Melden Sie sich gerne einfach unverbindlich bei mir, Nora Aumayr.

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