Beiträge

Agile (Tour) for Managers: Ausgewählte Beiträge für „Organisationsjunkies“

Sie sind nicht direkt aus der IT, interessieren sich aber trotzdem für „Agile“? Sie vermeiden Buzzword-Bullshit-Bingo Konferenzen und Methoden-Nerd-Vorträge? Sie interessieren sich vielmehr für authentische Praxisberichte und Überlegungen?

Christian Hassa on stage beim Opening der Agile Tour Vienna 2017

Wir glauben wir haben etwas für Sie: die von TechTalk initiierte und bereits zum 8. Mal stattfindende Agile Tour am 6.10.2018 in der FH Campus Wien bietet kompakt an einem Tag renommierte Speaker mit Inhalten, die von einem unabhängigen, großen und erfahrenem Review Team kuratiert sind. Der Eintritt zur Agile Tour ist mit EUR 99 extrem niedrig  (Tickets kaufen), weil wir kommerziell nur die reine Kostendeckung anstreben, eben um die Inhalte sauber zu halten.

Folgende ausgewählte Beiträge empfehlen wir speziell für „Organisationsjunkies“ ohne direktem Bezug zu IT- und Softwareentwicklung:

Kevlin Henney

Agilität bringt Wendigkeit, nicht Schnelligkeit. Auf geradem Weg mit konstantem Ziel ist Agilität nicht so vielversprechend wie in Situationen, in denen probiert und laufend flexibel angepasst werden muss, um im Spiel zu bleiben. Henney ist ein gefragter internationaler Keynote Speaker, hier finden Sie seinen „Old is the New New“ Talk von der GOTO 2018. Seine Agile Tour Keynote.

Christian Hattinger (Agile Coach @ mySugr) erzählt über den beeindruckenden Weg des Wiener Startups während der letzten Jahre und die Transition von 4 auf 120 MitarbeiterInnen. Vom Startup zum etablierten agilen Unternehmen in kurzer Zeit. Abstract

Rene Pachernegg, (CTO @ APUS) erzählt seine Case Study von APUS im Talk „Hinfallen, Aufstehen, Krone richten, Weitermachen“. Was waren die 8 wichtigsten Lektionen der APUS auf ihrer Reise zum agilen Unternehmen seit 2010? Einblicke in Erfahrungen aus Misserfolgen in den Bereichen Krisenprojekte, Recruiting, Gehaltspolitik und mehr werden hier versprochen. Abstract

Unsere „Young Talents“ Karin Haberleithner, Sabina Lammert und Laura Fitzgerald beschäftigen sich in ihren 3 Vorträgen mit Erfolgsrezepten für agile Unternehmen und Organisationen. Talk 1, Talk 2 und Talk 3

Markus Hammarberg (Agile Coach) erzählt von seinen Erfahrungen im „Salvation Army hospital“ in Bandung Indonesien. Wie er durch die Anwendung agiler Methoden ein Krankenhaus unterstützen konnte und damit nicht nur die Einrichtung gerettet wurde … hier kann man sich einen inspirierenden Vortrag erwarten, frei von jeder Technik. Abstract

Florian Hackl-Kohlweiß (Organisational Development @ mySugr) ergänzt die mySugr Story um Erfahrungen aus dem HR-Bereich, dem Business- und Produkt Development und dem Anspruch, in einem agile Mindset eine gute Arbeitsumgebung für kreative Problemlöser zu schaffen – trotz der Tätigkeit in einem sehr regulierten Gesundheitsmarkt. Abstract

Gojko Adzic (Partner @ Neuri Consulting LLP) und Christian Hassa (Managing Partner @ TechTalk) kombinieren in ihrem Talk „Max Impact – Min Erffort“ Studien und Erfahrungen zu nützlichen Praxistipps um das Tempo organisationaler Adoption zu erhöhen, gängige Fehler zu vermeiden und Ziele schneller zu erreichen. Abstract

Robert Finan (Agile Coach @ TechTalk) meistert die beiden sowieso bereits schwierigen Thema „Agile Coaching“ und „Humor“ und erklärt den Witz hinter seinen „Agile Drill Sergeant“ Cartoons. Möglicherweise handelt es sich eher um Schmerzen aus seiner Praxiserfahrung als „Frontline Coach“, mit denen er in dieser Form „drüberlacht“? Achtung, hier wird oft und auch über Manager gelacht. Macht aber nichts, es wird sich eh niemand angesprochen fühlen. Abstract


Wir würden uns freuen, Sie bei der Agile Tour begrüßen zu dürfen und möchten darauf hinweisen, dass wir bisher immer ausgebucht waren – noch gibt es Tickets, aber das kann sich jetzt schnell ändern.

 

Zusammenfassung der Microsoft Worldwide Partner Conference

Nach einer knappen Woche Strategie von Microsoft (für Partner, in Toronto) der Versuch einer Zusammenfassung:

Die Ausrichtung von Microsoft konzentriert sich nur auf die Cloud (in Kombination mit On-Premises). Alles andere dient diesem Zweck.

Zur Absicherung der Marktposition mit den bestehenden Breiten-Produkten Office 365, Azure & Co werden Verbindungen geschaffen und Schnittstellen geöffnet, etwa mit den neuen PowerApps („Build Custom Business Apps“) und Flow („Workflow and Task Automation“), Power BI („Interactive Data Visualization“), Common Data Model („out-of-box buisness database“) mit denen mächtige Kombinationen einfacher erlangt werden (mit dem Preis eines potentiell klebrigen Lock-Ins).  Man spricht von „Wiring the Cloud“.

Microsoft Cloud - Connecting Solutions

Microsoft: „Wiring the Cloud“

Das Branding wurde um die Dachmarke „Microsoft Cloud“ (Infrastructure, Data, Productivity, Processes, Mobility) erweitert. Einzig hervorgehobenes On-Premises Produkt (auf der Konferenz) ist der SQL Server (und Hardware, Windows 10 wurde erwähnt, aber nicht besonders). 

Künftige Innovationen werden (weiter) maßgeblich in der Cloud zu erwarten sein, was auch explizit so angesprochen wird. Und da gibt es bereits viele unglaublich spannende Dinge verfügbar, wie die Cognitive Services (Spracherkennung, Bild- und Videoerkennung, Prediction mit R-Server etc etc) der Cortana Intelligence Suite. Alles über APIs integrierbar natürlich. Oder sei es Dynamics 365, das läuft jetzt komplett in der Cloud. 

Im KMU Bereich ist das Cloud-Thema bereits durch und damit die Realität (ist mein subjektiver Eindruck), auf alle Fälle für Neuinstallationen. In einem zufälligen Gespräch mit einem UK Hosting-Partner hat er mir von 80% Konvertierung seiner Kunden erzählt. Österreich wird von Microsoft in Sachen Cloud als Nachzügler bezeichnet (mit Analysen aus nicht weiter genannter Quelle). 

Den Mobile-Devices-Bereich hat man hardware-mässig vermutlich komplett aufgegeben. Man rechnet informell bald mit mobilen Devices mit der Kapazität heutiger Notebooks und wird für Android und iOS (noch mehr) entsprechende Frameworks zum Deployment anbieten. U.a. die Akquisition von Xamarin zeigt, wohin es geht. Single Code für alle Plattformen. 

Der Tonfall in den Keynotes wurde im Vergleich zu den Vorjahren flauschiger, die positive Auswirkung und das große Potential für die Gesellschaft durch Technologie wurde permanent gezeigt. Wo früher oft Referenzen von Banken, Retailern und Airlines gezeigt wurden, waren es nun das Projekt Seeing AI mit der Brille für Blinde die Bilder beschreibt (Cortana), Internet für Kenia mit den Mawingu Networks und EcoLab Wasser Sustainability Tech (Dynamics). Kurzfristig dürfte Microsoft Kevin Turner (COO) abhanden gekommen sein, man vermisste dadurch den agressiveren Tonfall auch gegenüber dem Mitbewerb (nicht). Und hat auch kurzerhand seine Keynote nicht ersetzt. So blieb am ersten Tag ein Rumpf, der besonders philanthropisch daherkam. 

Angesprochen wurden ansonsten aufgrund der Fülle der Produkte sowieso alle Themen, die derzeit angesagt sind: Digitalisierung, IoT, Big Data, Machine Learning, VR, Industrie 4.0 (naja, angesagt …). Erstaunlich Jeff Immelt (GE CEO) im Gespräch mit Satya Nadella (MSFT CEO): „Industrial companies will become software companies“. Das klingt ja nach Sascha Lobo 2010. 

Nicht erfahren hat man in den vielen Keynotes, was Microsoft mit LinkedIn anstellen wird (außer vielleicht der Info, dass die Learning-Site Lynda bei LinkedIn mit dabei war, aufgrund einer früheren Übernahme). 

Zum Symbol der neuen Offenheit zeigt eine Vortragende von Microsoft ein Bild von Nadella wie er bei einer SalesForce Konferenz mit einem Mac präsentierte. Oder das Release von SQL für Linux. Eine praxisnahe Realität, die hier Microsoft zum Glück zu leben beginnt. Vor einigen Jahren undenkbar. 

Der Legal-Chef Brad Smith war gar nicht langweilig in seiner Keynote und will eine „Cloud for Good“: Trusted (Privacy, Transparency, Security), Responsible (Environment) und Inclusive (Education, Jobs, Divesity). „We need to do more than advance the cloud; we need to build the cloud for good.” Da war er wieder, der neue Tonfall. 

Fazit: Developer die sich mit der „Microsoft Cloud“ auskennen und weiter beschäftigen, haben es gut (dazu gehören wir). Microsoft weiß, dass die Entwickler aus den mächtigen Produkten (und Frameworks) die Lösungen bauen, die Anwender brauchen. Ganz so wie schon vor zehn Jahren (Developers, Developers, Developers, …). Früher haben wir große Lösungen entwickelt, in der Zukunft kombinieren wir große Standardprodukte? Jedenfalls wenn es nach Microsoft geht.

wpc technology creating opportunities

Satya Nadella meint: „The bridge is software“

Weiters

  • Ein neuer Store für Partner-Lösungen auf Dynamics, Office und Azure: AppSource
  • ALM Produkte werden in Zukunft für alle Plattformen und Sprachen als DevOps Suite positioniert (any platform, any language). Weg vom .NET Fokus.

Call to Action Empfehlungen (minimum)

TechTalk auf der CraftConf Budapest: Session Tipps

Diese Diashow benötigt JavaScript.

„Projects come and go, Craftsmanship is forever!“

Wie bereits in den letzten beiden Jahren pilgerte auch heuer eine Delegation der TechTalk nach Ungarn, um an der Craft Conference in Budapest teilzunehmen. Die Konferenz wurde in 2014 von den beiden ungarischen Start-Ups Ustream und Prezi initiiert, bevor auch größere Partner wie Ericsson gewonnen werden konnten. 2016 besuchten bereits mehrere hundert Entwicklerinnen die Konferenz.

Erklärtes Ziel: die tägliche Arbeit im agilen Umfeld zu reflektieren, eigene Handlungsweisen infrage zustellen und dadurch sein Wissen in der Softwareentwicklung zu vertiefen, zu erweitern und zu festigen.

Viele der gehaltenen Talks sind auf der offiziellen Homepage als Stream nachsehbar. Um einen Überblick zu schaffen, welche davon besonders empfehlenswert sind, wird nachfolgend ein Überblick über die interessantesten Vorträge gegeben.

Embracing Uncertainty (Dan North & Associates)

Die diesjährige Keynote wurde von wohl einem der bekanntesten Speaker in der Welt der Softwareentwicklung gehalten.

Dan North schafft es immer wieder, sein Publikum zum gespannten Zuhören zu bewegen, während er dieses Mal über diverse Arten von Unsicherheit beim Planen und Umsetzen von Projekten sprach. Er gab einige Tipps, wie mit Unsicherheiten umgegangen werden kann, um eventuelle Ängste zu nehmen und erfolgreichere Software entwickeln.

Staying ahead of the curve (Trisha Gee, JetBrains)

Wie wichtig es ist, am neuesten Stand der Technik zu bleiben, betonte Trisha Gee gleich zu Beginn ihres Vortrags. Dass damit ebenfalls eventuell Gefahren verbunden sind, ist einem vielleicht nicht immer sofort komplett bewusst. Die Entwicklerin bei JetBrains zeigte auf, welche Komplikationen möglich sind, und in welchen Situationen es sich trotzdem lohnt, auf aktuelle Technologien zu setzen.

What I wish I knew before scaling Uber to > 1000 Services (Matt Ranney, Uber)

Ein eher technischerer Vortrag wurde von Matt Ranney, Entwickler beim Fahrtendienst Uber, gehalten. Er erzählte, wie es überhaupt so weit kam, dass die Software, welche hinter Uber steckt, in über 1000 unterschiedliche Services zerteilt wurde, und welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt. Dass er dabei vieles aus persönlicher Erfahrung erzählen kann, brachte wertvolle Informationen, die vielleicht auch einmal für eigene Projekte wichtig werden.

Psychological Aspects of Estimating (Joseph Pelrine, MetaProg GmbH)

Dass Joseph Pelrine nicht nur Computer-, sondern auch Social Complexity Scientist ist, merkte man ihm sofort an. Ebenso, dass er von vielen Methoden und derzeit angewandten Strategien im Bereich der Schätzung von Projekten nicht hundertprozentig überzeugt ist. In einem emotionalen und hochspannenden Exkurs in den Bereich der Psychologie und Sozialwissenschaften gab er Tipps, wie der eigene Arbeitsalltag und eingesetzte Schätzmethoden optimiert werden können.

Empathy – The hidden ingredient of Software Engineering (Daniel Bryant, OpenCredo)

Der Chief Scientist bei OpenCredo erzählte in seinem Talk ebenfalls über psychologische Aspekte im Feld der Softwareentwicklung. Er betonte, wie wichtig es ist, seine Anwender zu verstehen, um wirklich gute Software entwickeln zu können, die auch von Usern akzeptiert und verwendet wird. Auch wie Vorgesetzte einen besseren Draht zu ihren Angestellten entwickeln und halten können, war Teil der Präsentation. Mitgefühl, so betonte Daniel Bryant, muss wie ein Muskel trainiert werden, damit es nicht mit der Zeit verloren geht.

Under the hood of the C# Compiler (Bart De Smet, Microsoft Redmond)

Der Entwickler Bart De Smet gab eine Vorschau auf zu erwartende Features der Programmiersprache C# in der noch nicht erschienenen Version 7. Gezeigt wurde außerdem, wie der offen zur Verfügung stehende Source-Code des Compilers Roslyn heruntergeladen und mit dessen Hilfe debugged werden kann. Welche der gezeigten Features es wirklich in die finale Version schaffen werden, steht noch in den Sternen – das Publikum dieses Vortrags verließ den Saal aber sichtlich beeindruckt und erwartungsvoll.

Hacking Monkeys (Tim Steigert, General Electric)

Der finale Vortrag der diesjährigen Craft Conference 2016 wurde von Tim Steigert, Leader Digital Strategy bei GE Deutschland, gehalten. Dieser war weniger technisch und sollte das Publikum noch einmal dazu motivieren, nach der Konferenz nicht gleich wieder in alte Gepflogenheiten zu verfallen, sondern Gelerntes aktiv in die tägliche Arbeit mitzunehmen und dort anzuwenden. Eine äußerst humorvolle Präsentation, nicht nur – aber durchaus auch – für technische Spezialisten.


Beitrag von Felix Wagner (Developer bei TechTalk)

Hochkarätig besetztes Speaker-Line-Up auf der Agile Tour Vienna 2015

Die Agile Tour findet heuer zum fünften Mal statt. Sie hat sich die letzten Jahre zum Fixpunkt der der österreichischen Agile Community entwickelt und wird auch jedes Jahr international stärker wahrgenommen. TechTalk organisiert die Konferenz gemeinsam mit sinnvoll führen und der FH Technikum Wien.Das Speaker Line-Up der diesjährigen Ausgabe wird erneut für eine größere internationale Aufmerksamkeit sorgen, es ist gelungen bekannte Größen der Agile Community als Speaker zu gewinnen:

  • Gojko Adzic (Vortrag: Test automation without a headache: Five key patterns)
  • Dan North (Vortrag: Scaling Agile Delivery: Turning the Lights On)
  • Jeff Patton (Vortragsthema noch nicht fixiert)
  • Joseph Pelrine (Vortrag: (Wie) mache ich “richtig” Scrum?)

Gojko Adzic wird Anfang November auch für ein ganztägiges Training in Wien sein: 

Specification by Example: From User Stories to Acceptance Tests

 

Nachdem die Agile-Tour fixer Bestandteil der Community ist und das Speaker Line Up heuer sehr gut besetzt ist mit einem baldigen “ausverkauft” Status zu rechnen. Wer also dabei sein will sollte sich jetzt ein Ticket sichern.

Weitere Informationen: