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Caritas GF Klaus Schwertner im Interview & Prämie für Weiterempfehlung

Zum Start unserer Aktion „Hilf uns und wir helfen gemeinsam“ haben wir dem Geschäftsführer und Generalsekretär der Caritas Wien ein paar Fragen gestellt.

Andreas Rosenthal (AR): Starten wir mit einer Provokation: Wir sind ja beide Klosterneuburger, hier sagt man „ein Chorherr hungert nie“.  Wenn man das prächtige Stift so sieht und seine beachtliche wirtschaftlichen Tätigkeiten, erweckt das bei mir kein spendenanregendes Gefühl. Die Caritas ist eine kirchliche Hilfsorganisation und die Kirche hat eh viel Geld, macht (m)eine Spende einen Unterschied, oder ist die nur eine Rundungsdifferenz? Ich habe natürlich den Eindruck, Ihr hebt diese Wirkung schon hervor und man sieht das auf Eurer Website auch sehr gut. Wie groß ist der Einfluss der „Kleinspender“ aber nun tatsächlich? Hast Du einen Motivations-Pitch für uns, so undankbar das erscheint?

Klaus Schwertner, Geschäftsführer Caritas Wien

Klaus Schwertner (KS): Keine Sorge: Ich liebe provokante Fragen. Eine provokante Antwort könnte lauten: Die Kirche ist das tiefe Fundament, auf dem wir als Caritas stehen. Die tausenden KleinspenderInnen und Freiwilligen – nicht zuletzt auch jene in den Pfarren – sind es aber, mit deren Hilfe wir unsere Hilfe erst möglich machen. Das heißt: Du solltest es Dir in deiner Annahme nicht zu gemütlich einrichten.

Es melden sich laufend Menschen bei uns, die fragen: Was kann ich beitragen, wie kann ich helfen? Aber es gibt auch jene, die sich schnell in Ausreden verlaufen und sagen: Was kann ich schon ändern? Wir können ja die Welt nicht retten! Meine Antwort ist jedesmal die gleiche. Wir können jeden Tag ein bisschen beitragen, die Welt bzw. unser Umfeld ein bisschen heller und menschlicher zu machen. Deine Spende macht natürlich einen ganz konkreten Unterschied. Das sehe ich jeden Tag an so vielen Caritas Orten. Für obdachlose Menschen, denen Du mit deiner Unterstützung einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit gibst. Für Menschen, die am Ende des Geldes zu viel Monat übrig haben und die in den pfarrlichen LeO-Ausgabestellen kostengünstig Lebensmittel und Beratung erhalten. Deine Spende hilft Menschen am Ende ihres Lebens, denen Du Begleitung durch unser Mobiles Hospiz Team ermöglichst. Und für Kinder und Jugendliche, die auf Wiens Straßen stehen, bedeutet Deine Spende ein warmes Bett und ein Dach über dem Kopf. Deine Spende hilft im Inland und darüber hinaus weltweit wie zuletzt nach dem Tsunami in Indonesien. Langer Rede kurzer Sinn: Es sind also nicht die Kirche und die Caritas, die sich über Deine Spende freuen, sondern jene Menschen, die Deine Hilfe spüren. Und eines kann ich garantieren: Deine Spende kommt an!
Noch Fragen? Hier geht’s zum Spendenformular

AR: Was sind Eure wichtigsten Vorhaben dieses Jahr? Wo wollt Ihr hin?

KS: Es wird kälter, der Winter kommt, und wir machen gerade die Notquartiere winterfest. In den letzten Wochen haben wir Freiwillige gesucht, die die Anrufe am Caritas-Kältetelefon beantworten werden. Ich freue mich sehr, dass uns das gelungen ist, dass es so viele Menschen gibt, die hier helfen und Zeit schenken. Für die Notquartiere suchen wir noch dringend Spenden. Unsere Notschlafstelle für obdachlose Jugendliche zum Beispiel: Wir können zwar nachts einen Schlafplatz anbieten, aber in der Früh müssen wir die 14-18 jährigen auf die Straße schicken, weil das Geld aktuell fehlt. Eine Tagesbetreuung wäre großartig, dafür brauchen wir dringend Spenden. Wir haben auch Beschäftigungs- und Arbeitsprojekte für Jugendliche, wir könnten jeden Platz doppelt besetzen, weil der Andrang so groß ist. Auch dem Haus für trockene Alkoholiker fehlt noch Geld. Im Haus wohnen ehemals obdachlose Männer die einen Entzug machen, sich mit ihrer Sucht auseinandersetzen.  Ein großartiges Projekt mit mutigen Menschen – aber es ist nicht immer ganz einfach, dafür Spender zu finden. Heuer im Sommer war ich im Südsudan, die Eindrücke dieser Reise beschäftigen mich nach wie vor sehr. Ich habe so viele Mütter getroffen, die ihre Männer im Krieg verloren haben, die gerne für sich und ihre Kinder selbst sorgen möchten. Dafür braucht es auch gar nicht viel: Wir vergeben Mikokredite für Kleinunternehmen, wir verteilen Saatgut und Werkzeug, um Menschen unabhängig von fremder Hilfe zu machen. Die Erfolge sind sensationell!

AR: Eine persönliche Frage: Ich bin auf Dich über Social Media (twitter, @cariklaus) aufmerksam geworden. Dort vertrittst Du sehr klare Positionen und Einstellungen, die man nicht nur menschlich, sondern auch sehr (tages-) politisch auffassen kann. Mein Eindruck war – „der traut sich was“ – traut er sich was? Gibt es sie noch, die erzkonservative Kirche und stößt sie sich an Deiner Arbeit?

KS: Als Caritas haben wir zwei Aufträge: Not sehen und handeln auf der einen Seite und auf der anderen Seite einen anwaltschaftlichen, also gesellschaftspolitischen Auftrag. Dieser wird von jenen an die unsere Forderungen gerichtet sind, gerne als parteipolitisch motiviert verunglimpft. Wir sind weder türkis, noch schwarz, nicht grün, nicht rot und auch nicht pink oder blau. Wir haben auch kein Parteiprogramm. Unser Auftrag ist das Evangelium. Wie gesagt: Not sehen und handeln, darum geht’s. Ja, und natürlich gibt es auch Menschen, die sagen, ihnen wäre eine Kirche lieber, die die Maxime ‚Hände falten, Goschen halten‘ als Programm hat. Ich gehöre nicht dazu. Ich bin viel mehr überzeugt, dass die Rolle der Kirche klar und so wichtig ist wie schon lange nicht: Sie muss Sprachrohr der Schwachen und Verfolgten sein. Ganz einfach, weil sich der Reichtum eines Landes nicht nur daran bemisst, wie hoch unser Bruttonationalprodukt ist, sondern daran, wie wir mit jenen umgehen, die keine Stimme haben. Genau an diesen Rändern gewinnt der Glaube Gestalt. Diese Gewissheit gibt mir jene Freiheit, die ich in meiner täglichen Arbeit brauche.

AR: Ein bisschen Businesstalk noch: als Führungskraft in so einer großen Organisation mit unterschiedlichen Aufgaben: was fällt Dir da am leichtesten und was am schwersten? Wie gehst Du damit um? Gibt es als „Manager der Menschlichkeit“ Erfahrungen, die Du mit uns teilen kannst und willst?

KS: Schwer fällt mir, all zu lange am Schreibtisch zu sitzen. Leicht fällt mir, draußen bei den Menschen zu sein. In der Obdachloseneinrichtung Gruft, in den Mutter-Kind-Häusern, in den Pfarren oder wie zuletzt an der Frontlinie in der Ukraine, wo wir unsere Hilfe noch immer aufrechterhalten können. Vor Ort zu sein, auf die Menschen zuzugehen und mich gemeinsam mit ihnen für eine zukunftstaugliche Gesellschaft einzusetzen – das ist mein Ziel und gibt mir Kraft. Denn klar ist auch: Die Caritas ist nur so stark wie die Menschen, die unsere Arbeit mittragen. Das führt uns auch zu Deiner ersten Frage: Denn da geht’s zum einen um unsere MitarbeiterInnen, um die Freiwilligen, aber eben auch um SpenderInnen, die unsere Hilfe möglich machen. Deshalb noch einmal zur Erinnerung: Hier geht’s zum Spendenformular

 

Hilf uns und wir helfen gemeinsam! 
Wir glauben über Weiterempfehlung die besten MitarbeiterInnen zu finden. Kennst Du jemanden, der eine berufliche Veränderung möchte, dann empfiehl TechTalk und erhalte eine Prämie bei erfolgreicher Einstellung.

Wir zahlen Dir eine Prämie von max. 2.500 € und spenden noch einmal den gleichen Betrag an eine gemeinnützige Organisation, bevorzugt an die Caritas.
Details zur Aktion

 


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Devs bei TechTalk: Andreas Willich im Interview

In unserer Interview Serie “Get to know TechTalk” stellen wir TechTalk Mitarbeiter vor. Diesmal interviewen wir unseren langjährigen Senior Developer Andreas Willich. Er gibt uns einen Einblick wie Developer bei TechTalk arbeiten, sich organisieren und an welchen Projekten er gerade arbeitet.

Senior Developer Andreas Willich im Interview.

Was fasziniert Dich an der Softwareentwicklung?

Am Anfang war es die Möglichkeit ohne Werkzeuge und Materialien Dinge zu bauen. Wie basteln halt. Mittlerweile hat sich das geändert. Jetzt ist es mehr die Möglichkeit, Probleme mit Software zu lösen und Menschen das Leben dadurch zu erleichtern.

Mit welchen Methoden löst du Herausforderungen im Entwicklungsprozess und mit welchen Methoden arbeitest du bei TechTalk?

Bei der Umsetzung von Projekten arbeiten wir generell mit einem agilen Vorgehen. Ob das jetzt Scrum oder Kanban ist entscheidet das Projektteam selbst. Zusätzlich setzen wir Methoden wie Impact Mapping, Story Mapping und Spezification by Example ein, um mit dem Kunden die Anforderungen auszuarbeiten.

Beim Programmieren am Projekt versuche ich so viel und oft wie möglich TDD (Test Driven Development) einzusetzen. Ich wechsle also das Schreiben von automatisierten Tests und Implementierung immer ab bis alle Anforderungen umgesetzt sind.

Hast du ein Herzensprojekt bzw. ein Projekt, welches für dich persönlich ein großer Meilenstein war? 

Das Projekt, das mir am meisten am Herzen liegt, ist mein aktuelles. Ich arbeite mit 2 Kollegen an SpecFlow und SpecFlow+. SpecFlow ist ein Open-Source- Projekt, welches von TechTalk im Jahr 2009 gestartet wurde. Es ist ein BDD- Tool, das hilft aus lesbaren und verständlichen Spezifikationen automatisierte Tests zu erstellen. Seit Anfang 2017 wurde SpecFlow fast 3 Millionen mal heruntergeladen und mit SpecFlow+ haben wir Kunden in der ganzen Welt.

Kannst du uns einen kurzen Einblick in deinen täglichen Arbeitstag geben?

Ich komme zwischen 8:30 und 9:00 ins Büro und checke als erstes meine Mails. Darunter sind meistens Mails von SpecFlow+ Kunden mit Support- Anfragen. Danach schaue ich, ob es neue Issues oder Forum- Beiträge von unseren Usern gibt. Meistens sind welche da und ich beantworte diese.

Danach setze ich meine Arbeit an SpecFlow & SpecFlow+ fort. Kurz vorm Mittagessen haben wir unsere Daily Standups. Dabei bespricht das ganze Team, was es am Vortag gemacht hat, was es als nächstes machen wird und ob es irgendwo gerade blockiert.

Nachdem Mittagessen setze ich meine Arbeit wieder fort bis ca. 17:00.

Was macht deiner Meinung nach einen guten Senior Developer aus?

Ein wichtiger Teil in unserer Arbeit ist das andauernde Lernen von neuen Techniken und Technologien. Einen guten Senior Developer zeichnet meiner Meinung nach aus, dass er sich andauernd fortbildet, um dieses Wissen wiederum an seine KollegInnen weiterzugeben.

Was machst du, wenn du nicht gerade an Projekten arbeitest?

Das Tolle an der TechTalk ist, dass wenn dich etwas interessiert oder man etwas machen möchte, das irgendwie etwas mit der Firma zu tun hat, man die Möglichkeit hat, das zu verfolgen. Ich z.B. engagiere mich in der Community und organisiere unterschiedliche Meetups (.NET Community Austria, F# Meetup Vienna, Vienna BDD Meetup). TechTalk unterstützt mich dabei, dass ich die Organisation während der Arbeit machen kann und es werden auch Räumlichkeiten, Getränke und Essen zur Verfügung gestellt.

 

Welche Lesetipps hast du, Blogs oder Bücher?

Blogs:

Bücher:

C# 7.0 in a Nutshell von Joseph Albahari & Ben Albahari erklärt alle C# Features, sehr gut wenn man eine Detailfrage nachschauen will oder sein C# auffrischen will.

 

 

Interview mit Hendrik Lösch über das Welcome App Concept und den Einsatz von SpecLog im Projekt

TechTalk: Hallo Hendrik, stell dich doch bitte kurz vor.
Hendrik Lösch: Meine Name ist Hendrik Lösch. Ich arbeite als Senior Consultant für Microsoft Technologien bei der Saxonia Systems AG. Außerdem bin ich technischer Projektleiter und Mitinitiator des Welcome App Concepts. Bei diesem handelt es sich um ein App Konzept um Flüchtlinge über ihre Situation und Deutschland zu informieren.

Wie ist die Idee zur App entstanden?
Die X-GIDA Bewegung in Deutschland startete in Dresden Ende 2014, durch die ersten Märsche von PEGIDA. In dieser Zeit hat mein Arbeitgeber, die Saxonia Systems AG, angefangen sich für Flüchtende einzusetzen. In diesem Zusammenhang ist unsere Vorstandsvorsitzende Viola Klein auf die Idee gekommen, dass wir die Flüchtenden wohl am besten unterstützen könnten, wenn wir ihnen eine möglichst umfassende Informationsgrundlage bieten. Da außerdem etwa 80% der Asylsuchenden Zugriff auf ein Smartphone haben, lag es nahe eine App zu entwickeln. Die in Kooperation mit der Firma HeiReS nun zunächst erst einmal für Dresden erschienen ist.

Warum sprecht ihr von einem Konzept und nicht nur von einer App?
Statt sofort mit einer App zu beginnen, haben wir zunächst das Konzept einer App entwickelt in dem wir gemeinsam mit Flüchtlingen Anforderungen erarbeitet und mögliche Lösungsstrategien ermittelt haben. Das Konzept ist demnach die Vision die wir haben und welche schrittweise umgesetzt wird. Zu den ersten Schritten gehörte der Release für Dresden. Nun widmen wir uns der Aufgabe die App auch für andere Städte zu öffnen.

Welches Problem löst die App?
Die App enthält Beschreibungen rund um die Themen „Asyl in Dresden“ und „Leben in Deutschland“. Mit diesen Beschreibungen wird den Personen das Wichtigste kurz erklärt und eine Möglichkeit gegeben sich weiter zu informieren. Darüber hinaus verfügt sie über die Adressen und Kontaktdaten der wichtigsten Einrichtungen und Behörden.  Zukünftig soll die App noch um Checklisten für die Behördengänge, ein FAQ für Deutschland und andere Dinge erweitert werden mit denen der Alltag eines Asylsuchenden in Deutschland etwas leichter wird.

Wie weit fortgeschritten ist das Projekt?
Die App ist jeweils in einer Version für Windows Phone und Android erschienen. Ab Anfang September wird außerdem eine iOS Version verfügbar sein. Für Android arbeiten wir zur Zeit daran die App in weitere Sprachen zu übersetzen, da sie hier aktuell nur in Englisch verfügbar ist, die Windows Version aber schon fünf-sprachig ist. Zukünftig soll sie auf allen Plattformen außerdem noch auf Deutsch, Ukrainisch, Französisch, Arabisch, Russisch und gängigen afrikanischen Sprachen verfügbar sein. Darüber hinaus sind wir aktuell im Gespräch mit unterschiedlichen deutschen Städten, die eine Umsetzung des Konzepts wünschen.

Hast du schon Feedback bekommen, hast du Unterstützer / Mitstreiter gefunden?
Der wichtigste Mitstreiter bei der App ist die Firma HeiReS. Sie haben die UI designt, einen sehr großen Teil der Inhalte erarbeitet und pflegen mittlerweile komplett die Windows Phone Variante. Wir von Saxonia kümmern uns wiederum aktuell darum alle Features auf Android und iOS zur Verfügung zu stellen und bereiten gemeinsam mit HeiReS die Anbindung weiterer Städte vor, mit dem Ziel unser Konzept in ganz Deutschland nutzbar zu machen. Darüber hinaus ist eine Kooperation mit der TU München geplant.

Bisher haben wir dazu schon sehr gutes Feedback von den öffentlichen Stellen bekommen. Die App wird von uns kostenlos bereitgestellt und erhielt bisher auch keinerlei Förderung. Aus der Entwicklercommunity haben wir darüber hinaus so viele Angebote bekommen, uns bei der Programmierung zu helfen, dass wir diese leider regelmäßig abweisen müssen. Last but not least speisen sich die Inhalte der App auch aus ehrenamtlicher Arbeit unterschiedlicher Personen. Wozu neben der Validierung der vorhandenen Daten, auch die Übersetzung der Beschreibungstexte zählt.

Was bedeutet für dich Erfolg bei diesem Projekt und wann hast du deine Zielsetzung erreicht?
Aus meiner Sicht können sich Menschen nur integrieren, wenn sie sich informieren können. Woher soll ich wissen wie ich mich in einem fremden Kulturkreis zu verhalten habe, wenn es mir keiner sagt? Wie soll ich mich in etwas so komplexem wie dem Asylrecht zurecht finden, wenn man doch den Eindruck hat, dass selbst die Experten gelegentlich straucheln. Ganz zu schweigen davon, dass es wahrscheinlich in einer Sprache verfasst ist mit der ich mich nicht auskenne. Für mich ist es daher schon jetzt ein Erfolg, etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben. Jede weitere Bestätigung ziehe ich aus den Downloadzahlen ;)

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SpecLog Screenshot / © Hendrik Lösch Facebook

Du hast SpecLog bei dem Projekt eingesetzt, wie hat es dir dabei geholfen?
Speclog hat uns sehr geholfen die Anforderungen zu ermitteln und aufzubereiten. Da es sehr leichtgewichtig ist, können wir es ohne weiteres sehr schnell in den Gesprächen einsetzen und brauchen nicht erst viel Zeit um Eingabemasken mit Informationen zu füllen, die später mehr Ballast als Hilfe sind. Darüber hinaus können wir es wunderbar einsetzen um die Anforderungen in den unterschiedlichen Teams synchron zu halten.

Danke dass du dir für das Interview Zeit genommen hast!

UX bei TechTalk: Claudia Oster im Interview

In unserer Interview Serie “Get to know TechTalk” stellen wir TechTalk Mitarbeiter vor. Begonnen wird die Serie mit Claudia Oster, Teamlead bei TechTalk. Über UX, Usablity und Testing bei TechTalk.

Seit wann bist du bei TechTalk?

Seit 2008, und ich habe damals direkt nach dem Studium bei TechTalk begonnen. Ich war die erste Mitarbeiterin die sich dem Thema UX Vollzeit gewidmet hat. Seither hat sich das Thema als auch die Anforderung stark weiterentwickelt und ich leite heute ein UX Team von 5 Personen.

Wenn du sagst stark entwickelt – wie hat sich die Sichtbarkeit für das Thema UX verändert? Welchen Anteil daran hat das starke Aufkommen von Apps & Smartphones?

Generell machen wir mehr Business Anwendungen als Apps. Unsere Kunden sind oft nicht die Endanwender sondern die Business-Entscheider. Oft ist dort das Thema noch unterrepräsentiert. Aber durch die breite Akzeptanz von Smartphones und Marketplaces und dem Thema Barrierefreiheit ist UX auch beim Business-Kunden immer präsenter. Ich würde sagen dass seit etwa 3 Jahren auch der öffentlichkeitsnahe Bereich das Thema UX stärker in den Mittelpunkt rückt. Das bisheriges Credo war: Die Funktionalität muss stimmen und es soll billig sein. Faktoren wie Usability und User-Experience kamen zu kurz. Aber wer am Ende eine Software hat die nicht gut zu bedienen ist muss diese auch früher neu entwickeln. Bei Apps am Smartphone erfolgt das Feedback mehr oder weniger sofort über den Marketplace – zB mit schlechten Reviews. Bei Business-Anwendungen hat dieser Prozess einfach länger gedauert.

Wie haben sich die Anforderungen an einen UX Engineer verändert?

Als Usability Engineer muss man immer auf dem Laufenden bleiben. Es gibt ein ständiges Aufkommen von Paradigmen und Frameworks. Stark verändert haben sich die Anforderungen auch verschiedene Libraries
und Frameworks zu kennen. So ist es notwendig sich mit Frameworks wie Bootstrap oder Guidelines für Smartphone-OS auseinanderzusetzen. Zuerst sollte ein gutes Basisverständnis aufgebaut werden, später kann ich mich auf Plattformen oder Technologien spezialisieren.

Wiehat sich das UX Team bei TechTalk entwickelt?
Zu Beginn galt es herauszufinden wie wir UX auch im Vertrieb positionieren können: Können wir unseren Kunden klar machen dass ein Investment in UX langfristig die Zufriedenheit mit ihrer Software erhöht und einen wirtschaftlichen Nutzen hat? Am Beginn standen Schulungen für Entwickler, zuerst bei uns, später auch Workshops bei unseren Kunden. Nachdem die Entwickler geschult waren haben wir auch das interne UX Team aufgebaut.

Wie groß ist das UX Team?

Also gesamt leite ich ein Team von 9 Personen, davon sind 5 Personen UX Engineers, die aber auch die Rolle des Software Testers übernehmen – das lässt sich gut kombinieren. Im Team ist auch eine Grafikerin.

Wie arbeitet das UX Team mit dem restlichen TechTalk Team zusammen?

Bei größeren Projekten ist jemand aus dem UX Team von Beginn an dabei, also schon bei der Angebotsphase. Wir wollen von Beginn an zeigen dass wir die Domäne verstehen.  Wir unterstützen das Projekt von der
Anforderungsanalyse mit Mockups bis zum finalen Testing auch mit Benutzern vor Ort.

Welches Tool verwendet ihr für die Erstellung von Wireframes?

Begonnen habe ich mit Axure. Ein ziemlich mächtiges Tool, aber viele der Funktionen haben wir zu selten verwendet. Deswegen verwenden wir jetzt Balsamiq, das ist leichtgewichter und einfacher zu bedienen. Auch Projektmanager können Balsamiq verwenden ohne sich langwierig einarbeiten zu müssen.

Die Tools haben sich stark verändert, oder?

Ja, da hat sich einiges getan. Zwei große Vorteile bringen diese Tools mit sich. Erstens: Schnell auf  Fehler im Rahmen der Konzeption stoßen, also Dinge entdecken die einfach nicht mitgedacht wurden. Zweitens: Mit einem Mockup ist es leichter zu diskutieren als eine textliche Beschreibung eines User Interface.

Du bist Teil der UX Community in Österreich, wie hat sich diese entwickelt?

Es wurde auch ein Verein, nämlich UXpro Austria, gegründet, der nun Veranstalter des UXCamp ist, dass diesen Freitag stattfindet auftritt. Ziel ist es Wirtschaft und Usability stärker zusammenzubringen, die
Aufmerksamkeit für das Thema zu heben um damit auch mehr Projekte und Jobs für die UX Community zu schaffen.

Die UXMeetups möchte ich auch empfehlen.

Kann ich das UX Camp als Projektmanager auch besuchen?

Ja klar! Die Vorträge sind für ein breites Publikum vorbereitet.

Wirst du am UXCamp vortragen, wenn ja über was?

Wahrscheinlich über ein großes Projekt dass wir als TechTalk in Berlin gerade umsetzen Dabei haben wir viel Erfahrung gesammelt, vor allem im Bereich Nutzungskontextanalyse mit Interviews vor Ort, Endbenutzertests und Barrierefreiheit. Das Wissen möchte ich in meinem Vortrag weitergeben.

Wenn jemand beruflich als UX Engineer tätig werden will, welche Ausbildung empfiehlst du?

Ich selbst hab den Masterstudiengang Digitale Medien mit Schwerpunkt Interactive Media an der FH Hagenberg studiert. Wir haben bei uns im Team auch viele Absolventen der FH Technikum Wien. In allen
Studiengängen mit Informatik, Multimedia, Digital Media etc. gibt es immer auch Spezialisierungen zu Usability und User Experience, wichtig ist einfach sich selbst mit dem Thema auseinandersetzen. Das
Studium kann nur die Grundlagen transportieren.

Welche Lesetipps hast du, Blogs oder Bücher?

Kurz und interessant:

Wer in das Thema eintauchen will sollte auch in die Community eintauchen. zB auf Interactiondesign.at oder das UXCamp besuchen.

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