Zusammenfassung der Microsoft Worldwide Partner Conference

Nach einer knappen Woche Strategie von Microsoft (für Partner, in Toronto) der Versuch einer Zusammenfassung:

Die Ausrichtung von Microsoft konzentriert sich nur auf die Cloud (in Kombination mit On-Premises). Alles andere dient diesem Zweck.

Zur Absicherung der Marktposition mit den bestehenden Breiten-Produkten Office 365, Azure & Co werden Verbindungen geschaffen und Schnittstellen geöffnet, etwa mit den neuen PowerApps („Build Custom Business Apps“) und Flow („Workflow and Task Automation“), Power BI („Interactive Data Visualization“), Common Data Model („out-of-box buisness database“) mit denen mächtige Kombinationen einfacher erlangt werden (mit dem Preis eines potentiell klebrigen Lock-Ins).  Man spricht von „Wiring the Cloud“.

Microsoft Cloud - Connecting Solutions

Microsoft: „Wiring the Cloud“

Das Branding wurde um die Dachmarke „Microsoft Cloud“ (Infrastructure, Data, Productivity, Processes, Mobility) erweitert. Einzig hervorgehobenes On-Premises Produkt (auf der Konferenz) ist der SQL Server (und Hardware, Windows 10 wurde erwähnt, aber nicht besonders). 

Künftige Innovationen werden (weiter) maßgeblich in der Cloud zu erwarten sein, was auch explizit so angesprochen wird. Und da gibt es bereits viele unglaublich spannende Dinge verfügbar, wie die Cognitive Services (Spracherkennung, Bild- und Videoerkennung, Prediction mit R-Server etc etc) der Cortana Intelligence Suite. Alles über APIs integrierbar natürlich. Oder sei es Dynamics 365, das läuft jetzt komplett in der Cloud. 

Im KMU Bereich ist das Cloud-Thema bereits durch und damit die Realität (ist mein subjektiver Eindruck), auf alle Fälle für Neuinstallationen. In einem zufälligen Gespräch mit einem UK Hosting-Partner hat er mir von 80% Konvertierung seiner Kunden erzählt. Österreich wird von Microsoft in Sachen Cloud als Nachzügler bezeichnet (mit Analysen aus nicht weiter genannter Quelle). 

Den Mobile-Devices-Bereich hat man hardware-mässig vermutlich komplett aufgegeben. Man rechnet informell bald mit mobilen Devices mit der Kapazität heutiger Notebooks und wird für Android und iOS (noch mehr) entsprechende Frameworks zum Deployment anbieten. U.a. die Akquisition von Xamarin zeigt, wohin es geht. Single Code für alle Plattformen. 

Der Tonfall in den Keynotes wurde im Vergleich zu den Vorjahren flauschiger, die positive Auswirkung und das große Potential für die Gesellschaft durch Technologie wurde permanent gezeigt. Wo früher oft Referenzen von Banken, Retailern und Airlines gezeigt wurden, waren es nun das Projekt Seeing AI mit der Brille für Blinde die Bilder beschreibt (Cortana), Internet für Kenia mit den Mawingu Networks und EcoLab Wasser Sustainability Tech (Dynamics). Kurzfristig dürfte Microsoft Kevin Turner (COO) abhanden gekommen sein, man vermisste dadurch den agressiveren Tonfall auch gegenüber dem Mitbewerb (nicht). Und hat auch kurzerhand seine Keynote nicht ersetzt. So blieb am ersten Tag ein Rumpf, der besonders philanthropisch daherkam. 

Angesprochen wurden ansonsten aufgrund der Fülle der Produkte sowieso alle Themen, die derzeit angesagt sind: Digitalisierung, IoT, Big Data, Machine Learning, VR, Industrie 4.0 (naja, angesagt …). Erstaunlich Jeff Immelt (GE CEO) im Gespräch mit Satya Nadella (MSFT CEO): „Industrial companies will become software companies“. Das klingt ja nach Sascha Lobo 2010. 

Nicht erfahren hat man in den vielen Keynotes, was Microsoft mit LinkedIn anstellen wird (außer vielleicht der Info, dass die Learning-Site Lynda bei LinkedIn mit dabei war, aufgrund einer früheren Übernahme). 

Zum Symbol der neuen Offenheit zeigt eine Vortragende von Microsoft ein Bild von Nadella wie er bei einer SalesForce Konferenz mit einem Mac präsentierte. Oder das Release von SQL für Linux. Eine praxisnahe Realität, die hier Microsoft zum Glück zu leben beginnt. Vor einigen Jahren undenkbar. 

Der Legal-Chef Brad Smith war gar nicht langweilig in seiner Keynote und will eine „Cloud for Good“: Trusted (Privacy, Transparency, Security), Responsible (Environment) und Inclusive (Education, Jobs, Divesity). „We need to do more than advance the cloud; we need to build the cloud for good.” Da war er wieder, der neue Tonfall. 

Fazit: Developer die sich mit der „Microsoft Cloud“ auskennen und weiter beschäftigen, haben es gut (dazu gehören wir). Microsoft weiß, dass die Entwickler aus den mächtigen Produkten (und Frameworks) die Lösungen bauen, die Anwender brauchen. Ganz so wie schon vor zehn Jahren (Developers, Developers, Developers, …). Früher haben wir große Lösungen entwickelt, in der Zukunft kombinieren wir große Standardprodukte? Jedenfalls wenn es nach Microsoft geht.

wpc technology creating opportunities

Satya Nadella meint: „The bridge is software“

Weiters

  • Ein neuer Store für Partner-Lösungen auf Dynamics, Office und Azure: AppSource
  • ALM Produkte werden in Zukunft für alle Plattformen und Sprachen als DevOps Suite positioniert (any platform, any language). Weg vom .NET Fokus.

Call to Action Empfehlungen (minimum)