UX bei TechTalk: Claudia Oster im Interview

In unserer Interview Serie “Get to know TechTalk” stellen wir TechTalk Mitarbeiter vor. Begonnen wird die Serie mit Claudia Oster, Teamlead bei TechTalk. Über UX, Usablity und Testing bei TechTalk.

Seit wann bist du bei TechTalk?

Seit 2008, und ich habe damals direkt nach dem Studium bei TechTalk begonnen. Ich war die erste Mitarbeiterin die sich dem Thema UX Vollzeit gewidmet hat. Seither hat sich das Thema als auch die Anforderung stark weiterentwickelt und ich leite heute ein UX Team von 5 Personen.

Wenn du sagst stark entwickelt – wie hat sich die Sichtbarkeit für das Thema UX verändert? Welchen Anteil daran hat das starke Aufkommen von Apps & Smartphones?

Generell machen wir mehr Business Anwendungen als Apps. Unsere Kunden sind oft nicht die Endanwender sondern die Business-Entscheider. Oft ist dort das Thema noch unterrepräsentiert. Aber durch die breite Akzeptanz von Smartphones und Marketplaces und dem Thema Barrierefreiheit ist UX auch beim Business-Kunden immer präsenter. Ich würde sagen dass seit etwa 3 Jahren auch der öffentlichkeitsnahe Bereich das Thema UX stärker in den Mittelpunkt rückt. Das bisheriges Credo war: Die Funktionalität muss stimmen und es soll billig sein. Faktoren wie Usability und User-Experience kamen zu kurz. Aber wer am Ende eine Software hat die nicht gut zu bedienen ist muss diese auch früher neu entwickeln. Bei Apps am Smartphone erfolgt das Feedback mehr oder weniger sofort über den Marketplace – zB mit schlechten Reviews. Bei Business-Anwendungen hat dieser Prozess einfach länger gedauert.

Wie haben sich die Anforderungen an einen UX Engineer verändert?

Als Usability Engineer muss man immer auf dem Laufenden bleiben. Es gibt ein ständiges Aufkommen von Paradigmen und Frameworks. Stark verändert haben sich die Anforderungen auch verschiedene Libraries
und Frameworks zu kennen. So ist es notwendig sich mit Frameworks wie Bootstrap oder Guidelines für Smartphone-OS auseinanderzusetzen. Zuerst sollte ein gutes Basisverständnis aufgebaut werden, später kann ich mich auf Plattformen oder Technologien spezialisieren.

Wiehat sich das UX Team bei TechTalk entwickelt?
Zu Beginn galt es herauszufinden wie wir UX auch im Vertrieb positionieren können: Können wir unseren Kunden klar machen dass ein Investment in UX langfristig die Zufriedenheit mit ihrer Software erhöht und einen wirtschaftlichen Nutzen hat? Am Beginn standen Schulungen für Entwickler, zuerst bei uns, später auch Workshops bei unseren Kunden. Nachdem die Entwickler geschult waren haben wir auch das interne UX Team aufgebaut.

Wie groß ist das UX Team?

Also gesamt leite ich ein Team von 9 Personen, davon sind 5 Personen UX Engineers, die aber auch die Rolle des Software Testers übernehmen – das lässt sich gut kombinieren. Im Team ist auch eine Grafikerin.

Wie arbeitet das UX Team mit dem restlichen TechTalk Team zusammen?

Bei größeren Projekten ist jemand aus dem UX Team von Beginn an dabei, also schon bei der Angebotsphase. Wir wollen von Beginn an zeigen dass wir die Domäne verstehen.  Wir unterstützen das Projekt von der
Anforderungsanalyse mit Mockups bis zum finalen Testing auch mit Benutzern vor Ort.

Welches Tool verwendet ihr für die Erstellung von Wireframes?

Begonnen habe ich mit Axure. Ein ziemlich mächtiges Tool, aber viele der Funktionen haben wir zu selten verwendet. Deswegen verwenden wir jetzt Balsamiq, das ist leichtgewichter und einfacher zu bedienen. Auch Projektmanager können Balsamiq verwenden ohne sich langwierig einarbeiten zu müssen.

Die Tools haben sich stark verändert, oder?

Ja, da hat sich einiges getan. Zwei große Vorteile bringen diese Tools mit sich. Erstens: Schnell auf  Fehler im Rahmen der Konzeption stoßen, also Dinge entdecken die einfach nicht mitgedacht wurden. Zweitens: Mit einem Mockup ist es leichter zu diskutieren als eine textliche Beschreibung eines User Interface.

Du bist Teil der UX Community in Österreich, wie hat sich diese entwickelt?

Es wurde auch ein Verein, nämlich UXpro Austria, gegründet, der nun Veranstalter des UXCamp ist, dass diesen Freitag stattfindet auftritt. Ziel ist es Wirtschaft und Usability stärker zusammenzubringen, die
Aufmerksamkeit für das Thema zu heben um damit auch mehr Projekte und Jobs für die UX Community zu schaffen.

Die UXMeetups möchte ich auch empfehlen.

Kann ich das UX Camp als Projektmanager auch besuchen?

Ja klar! Die Vorträge sind für ein breites Publikum vorbereitet.

Wirst du am UXCamp vortragen, wenn ja über was?

Wahrscheinlich über ein großes Projekt dass wir als TechTalk in Berlin gerade umsetzen Dabei haben wir viel Erfahrung gesammelt, vor allem im Bereich Nutzungskontextanalyse mit Interviews vor Ort, Endbenutzertests und Barrierefreiheit. Das Wissen möchte ich in meinem Vortrag weitergeben.

Wenn jemand beruflich als UX Engineer tätig werden will, welche Ausbildung empfiehlst du?

Ich selbst hab den Masterstudiengang Digitale Medien mit Schwerpunkt Interactive Media an der FH Hagenberg studiert. Wir haben bei uns im Team auch viele Absolventen der FH Technikum Wien. In allen
Studiengängen mit Informatik, Multimedia, Digital Media etc. gibt es immer auch Spezialisierungen zu Usability und User Experience, wichtig ist einfach sich selbst mit dem Thema auseinandersetzen. Das
Studium kann nur die Grundlagen transportieren.

Welche Lesetipps hast du, Blogs oder Bücher?

Kurz und interessant:

Wer in das Thema eintauchen will sollte auch in die Community eintauchen. zB auf Interactiondesign.at oder das UXCamp besuchen.

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